Notgeld der Stadt Gunzenhausen - 500 Milliarden Mark
Notgeld der Stadt Gunzenhausen - 1 Milliarde Mark
Notgeld der Stadt Gunzenhausen - 500 Milliarden Mark
Markgraf Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg Ansbach | Quelle: Stadtarchiv Gunzenhausen

Dr. Heinrich Eidam

von Manuel Grosser

Der als Sohn eines fürstlich-hohenlohischen Hofrats 1849 in Sommerhausen am Main zur Welt gekommene Heinrich Eidam absolvierte ein Medizinstudium an der Universität Erlangen, wo er 1875 promovierte. Sein beruflicher Weg als praktischer Arzt führte in 1878 von Leutershausen nach Gunzenhausen, wo er sich als Mediziner mannigfaltige Verdienste erwarb. So gab er den Anstoß zur Einrichtung von Gemeindekrankenverein, Sanitätskolonne, Milchküche und diversen Säuglingsfürsorgevereinen auf dem Lande. Von 1895 bis 1919 fungierte er als Bezirksarzt für den Bezirksamtsbereich Gunzenhausen.

 

Zeitlebens hatte Eidam eine starke Affinität zur Vor- und Frühgeschichte. Bereits 1879 öffnete er einen hallstattzeitlichen Grabhügel bei Unterasbach und gründete daraufhin den Verein für Altertumskunde Gunzenhausen (heute Verein für Heimatkunde).

 

Während seiner langjährigen Grabungstätigkeit untersuchte er u.a. den Kastellbereich Gunzenhausen sowie eine größere Limesstrecke mit Ausgrabung von elf Wachtürmen. Aufgrund seiner umfassenden Forschungstätigkeit und dadurch resultierenden Rufs, erreichte ihn 1892 die Ernennung zum Mitglied in der renommierten Reichslimesstreckenkommission.

 

Die gefundenen Objekte stellte Eidam ab 1906 zunächst in einem Schulzimmer aus, bis sich der Gunzenhäuser Stadtrat entschloss, dafür eigene Räume im Realschulgebäude zur Verfügung zu stellen. Nunmehr in städtischer Obhut wurde in wirtschaftlich schwieriger Zeit 1921 das Heimatmuseum eröffnet und Eidam aus Dankbarkeit zum Ehrenbürger ernannt. Des Weiteren wurde in Gunzenhausen ein Platz nach ihm benannt.

 

Die vor- und frühgeschichtlichen Funde von Eidams Grabungen können im Archäologischen Museum Gunzenhausen besichtigt werden.

Werner Mühlhäußer

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