Aquarell: Blick von Norden auf Gunzenhausen
Foto: Gunzenhausen Färberturm mit Weißenburger Straße
Menagerie 1880 | Quelle: Stadtarchiv Gunzenhausen
Markgraf Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg Ansbach | Quelle: Stadtarchiv Gunzenhausen

Magische Töne im Märchenschloss – Zauber des Klaviers auf Schloss Spielberg

von Manuel Grosser

Bild Zauber des Klaviers auf Schloss Spielberg

Bekanntermaßen besitzt Musik heilende Kraft, kann gar Körper und Geist positiv beeinflussen. Sind die Töne gefällig, zeigt unser Gehirn mit dem imaginären Daumen nach oben und schüttet ordentlich Glücksgefühle aus. In seltenen Fällen verfallen wir in einen dionysischen Musikrausch, unser Hörkortex strahlt dann in den ganzen Körper. In der Folge wippen die Füße oder die Finger klopfen im Takt. In ganz einnehmenden Fällen fallen wir gar in eine Art Starre, schließen die Augen und werden eins mit dem Gehörten. Wie, das glauben Sie nicht? Dann waren Sie auch nicht vergangenen Freitag auf Schloss Spielberg, als zwei junge Ausnahmepianistinnen des Münchner Pianistenclubs zu Ehren des Gunzenhäuser Stadtjubiläums groß aufspielten und das Publikum mehr als verzauberten. Veranstaltet von der Stadt Gunzenhausen und organisiert von Rechtsanwalt Holger Johannes Pütz-von Fabeck, Partner der Kanzlei meyerhuber rechtsanwälte partnerschaft mbb in Gunzenhausen, fand in einem märchenhaften Turmzimmer Magisches statt.

 

Tatsächlich verströmt das Turmzimmer im Steinacker-Schloss Spielberg in Gnotzheim ein wenig Disney-Flair. So gibt es einen charmant-patinierten Holzboden, kunstvolle Exponate an Decken und Wänden, dazu steht mittig ein wunderschöner, weißer Flügel und die Aussicht - die ist traumhaft schön und lässt träumerisch auf Wolke 7 bis nach Gunzenhausen reisen. Cinderella, Belle und Schneewittchen würden sich hier definitiv wohl fühlen, aber auch den beiden Piano-Prinzessinnen Anastasia Sobyanina und Anna Karácsonyi gefiel es augen- und ohrenscheinlich gut an diesem zauberhaften Ort. Moderierend begleitet von Heiko Stralendorff vom Münchner Pianistenclub romantisierten sich die Künstlerinnen durch Mozart, Chopin, Liszt, Beethoven und Schuhmann.

 

Anastasia Sobyaninas Wurzeln liegen in Russland, ihr Spiel überzeugt durch diese einzigartige, omnipräsente Eleganz, welche die Weite und Vielfalt des kulturell so reichen Landes ausmacht. Sobyanina hat etwas von dieser ganz besonderen Fähigkeit, die Zeit zum Erliegen zu bringen und die Zuhörerinnen und Zuhörer auf eine gefühlvolle Reise zu schicken. In schnellen musikalischen Wechseln folgt Trauer auf Freude, Melancholie auf Lebensmut. Besonders ihre Chopin-Interpretationen rührten das Publikum zu Tränen, die Augen wurden geschlossen, Gänsehaut stellte sich ein und die Musik legte sich wie ein emotionaler Schleier auf die Haut und mitten in die Seele.

 

Den Namen der 20-jährige Ungarin Anna Karácsonyi sollten Sie sich unbedingt merken. Mit einem schüchternen Lächeln auf den Lippen und der Haltung einer Profi-Ballerina spielte sie sich schnell in eine Art Trance, hatte die meiste Zeit die Augen geschlossen und streichelte das Klavier zu Höchstleistungen. Igor Levit, Anna Gourari oder Ewa Kupiec haben das Wunderkind bereits unterrichtet, eine große internationale Karriere scheint in den Startlöchern zu stehen. Dem Spielberger Publikum werden besonders die „Symphonischen Etüden cis-Moll op. 13“ von Robert Schuhmann in musikalischer Erinnerung bleiben. Karácsonyi spielt die Stücke nicht nur, sie fühlt jeden einzelnen Ton und erzählt mit Noten fesselnde Geschichten. Es ist ein Genuss und auch ein Geschenk, dieser hochbegabten Künstlerin zuhören zu dürfen.

 

Vor der eigentlichen Musikveranstaltung und nach einem gemütlichen Sektempfang bei wunderschönem Sommerwetter im Innenhofgarten des Schlosses hatte Hausherr Veit Steinacker durch die reiche Kunstsammlung seiner Familie geführt und Fragen dazu beantwortet.

 

Wer mehr über den Pianistenclub München und die beiden Künstlerinnen erfahren möchte, der findet unter www.pianistenclub.de eine perfekte Anlaufstelle. Die Internetpräsenz von Schloss Spielberg lässt sich dagegen unter www.schlossspielberg.de aufrufen.

 

P.S. Kultur- und hier insbesondere Literaturfreunde sollten sich unbedingt den 23. Juni 2023 vormerken. Dann findet im Kastaniengarten der Kanzlei meyerhuber rechtsanwälte in der Gunzenhäuser Rot-Kreuz-Straße eine abwechslungsreiche Geschichtsstunde mit Lesung zum amerikanischen Jahrhundertwerk „Fänger im Roggen“ statt. Der Eintritt ist frei, dafür gibt es kostbare Unterhaltung und nette Gespräche. Lassen Sie sich das keinesfalls entgehen. Weiterführende Informationen zu dieser Veranstaltung und allgemein rund um das Gunzenhäuser Stadtjubiläum erhalten Sie auf www.1200-gunzenhausen.de.       

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